Goldfisch im Gartenteich: Steckbrief, Sorten, Alter und Größe
Bei guter Haltung können Goldfische 15 bis 20 Jahre alt werden, das höchste dokumentierte Alter liegt sogar bei 41 Jahren. Je nach Zuchtform werden sie bis zu 35 Zentimeter lang. Robuste Sorten wie Comet, Sarasa Comet und die Shubunkin der Standards London und Bristol können das ganze Jahr draußen bleiben, wenn der Teich eine Zone hat, die nicht durchfriert. Viele Goldfische sterben früh durch Haltungsfehler, deshalb lohnt sich der Blick auf sauberes Wasser, genug Platz und maßvolles Füttern.
Steckbrief des Goldfischs
Der Goldfisch, wissenschaftlich Carassius auratus, stammt aus China. Dort hielt man farbige Tiere schon vor über 1.000 Jahren, als eigentlicher Beginn der Domestikation gilt die Teichhaltung zur Zeit der südlichen Song-Dynastie. Nach Europa kam er 1611 über Portugal. Er gilt als das älteste bekannte Haustier, das nicht wegen eines wirtschaftlichen Nutzens gehalten wird, sondern wegen seiner Farben und Formen.
Zur Gattung Carassius gehören auch Giebel und Karausche. Die lange verbreitete Annahme, der Goldfisch stamme von der Karausche ab, ist widerlegt. Gut auseinanderhalten lassen sich beide an der Seitenlinie, denn der Goldfisch trägt dort weniger als 31 Schuppen, die Karausche 33 und mehr.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Carassius auratus |
| Ursprung | China, Haltung seit über 1.000 Jahren |
| Lebenserwartung | bei guter Haltung 15 bis 20 Jahre möglich, dokumentiert bis 41 Jahre |
| Endgröße | je nach Zuchtform bis 35 cm |
| Ernährung | Allesfresser |
| Sozialverhalten laut unseren Artdaten | friedlicher Schwarmfisch |
| Wasserwerte laut unseren Artdaten | pH 6,0 bis 8,5, Sauerstoff über 6 mg je Liter |
So alt werden Goldfische im Gartenteich
Wenn Goldfische früh sterben, liegt das meist nicht an einer biologischen Grenze, sondern an wenigen Haltungsfehlern, die sich vermeiden lassen.
Am häufigsten fehlt Sauerstoff. Warmes Wasser löst weniger davon, und nachts verbrauchen Pflanzen und Algen selbst Sauerstoff, deshalb wird er an heißen Sommertagen in den frühen Morgenstunden am knappsten. Ebenso schadet zu viel Futter, denn was liegen bleibt, zersetzt sich und kann die Belastung mit Ammonium erhöhen. Dazu kommt der Platz. Ein Teich, der beim Einsetzen gut gepasst hat, kann mit den heranwachsenden Fischen nach einigen Jahren zu eng werden.
Sorgen Sie deshalb im Sommer für ausreichend Belüftung, vor allem nachts, und messen Sie Ammonium, Nitrit und pH über die Saison. Wenn Ihre Fische deutlich gewachsen sind, prüfen Sie, ob der Besatz noch zur Teichgröße passt. Woran Sie Probleme früh erkennen und was im Notfall zu tun ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Warum sterben meine Teichfische?
So groß werden Goldfische
Die Fachliteratur nennt je nach Zuchtform bis zu 35 Zentimeter als Obergrenze, und dieselbe Obergrenze nennen auch die Produktangaben zu Comet, Sarasa, Shubunkin und Schleierschwanz in unserem Sortiment. Die für Aquarien gezüchteten Varietäten bleiben dagegen etwa ein Drittel kleiner.
Die 35 Zentimeter sind eine Obergrenze und kein Durchschnitt. Viele Goldfische bleiben deutlich kleiner, als übliche Länge gelten rund 10 Zentimeter, und die Wildform wird meist 12 bis 22 Zentimeter lang. Einzelne Ausnahmetiere wachsen darüber hinaus, die höchste belegte Länge liegt bei 48 Zentimetern und das höchste Gewicht bei 1,6 Kilogramm.
Für Ihre Planung zählt deshalb nicht die Größe beim Einsetzen. Ein junger Goldfisch von wenigen Zentimetern wächst über die Jahre heran, und der Teich sollte dann noch genug Platz für die ganze Gruppe bieten. Einen belastbaren Literwert je Goldfisch gibt es nicht. Planen Sie deshalb nach der Endgröße von bis zu 35 Zentimetern, der Zahl der Fische in Ihrer Gruppe und der Wassertiefe.
Die wichtigsten Goldfischsorten im Überblick
Alle Goldfischsorten gehören zur selben Art, sie unterscheiden sich aber im Körperbau, und davon hängt ab, wie gut sie mit einem Gartenteich zurechtkommen. Auf der einen Seite stehen schlanke Schwimmer mit langer, gegabelter Schwanzflosse wie der Comet, auf der anderen Zuchtformen mit langen, gefächerten Flossen wie Schleierschwanz und Oranda.
| Sorte | Typische Merkmale | Im Gartenteich |
|---|---|---|
| Comet | schlanker Körper, lange und tief gegabelte Schwanzflosse | ganzjährig |
| Sarasa Comet | Comet in Rot und Weiß | ganzjährig |
| Shubunkin | bunte Mischfärbung, perlmuttartige Schuppen | Standards London und Bristol ganzjährig |
| Schleierschwanz | gefächerter Schwanz, lange empfindliche Flossen | im Sommer, Winter im Quartier |
| Oranda | unbeschuppter Kopfaufwuchs, lange Flossen | wie Schleierschwanz |
Für einen normalen Gartenteich sind Goldfische vom Typ Comet die unkomplizierte Wahl. Mit dem klassischen roten Comet und dem Sarasa Comet mit seiner rot-weißen Zeichnung lässt sich ein Schwarm farblich gut mischen. In unserem Sortiment finden Sie außerdem gelbe Goldfische, schwarze Comet und den Tancho Sarasa. Auch der Wakin zählt zu den ganzjährig teichtauglichen Formen.
Schleierschwänze und Oranda sind mit ihren langen Flossen langsamer unterwegs. Im Sommer sind sie in einem ruhigen Teich gut aufgehoben, den Winter verbringen sie dagegen in einem Winterquartier, wie wir es weiter unten im Abschnitt zum Winter beschreiben. Mit dieser Planung sind auch Schleierschwänze im Farbmix eine schöne Ergänzung für den Gartenteich.
Shubunkin als bunte Zuchtform
Der Shubunkin ist eine in Japan entstandene Zuchtform des Goldfischs. Typisch ist seine Calico genannte Mischfärbung aus Blau, Rot, Orange, Weiß und Schwarz, dazu kommen perlmuttartig schimmernde Schuppen und eine einfache Schwanzflosse. Im Teich fällt er damit sofort zwischen roten Goldfischen auf.
Bekannt sind vor allem die Zuchtstandards London und Bristol sowie eine amerikanische Form. Der Bristol Shubunkin zeichnet sich durch lange, runde Flossen aus. Beim Shubunkin Comet trifft die bunte Färbung auf die verlängerten Flossen des Comet.
Nach unserer Erfahrung stellen Shubunkin an Wasser und Futter dieselben Ansprüche wie rote Goldfische. Ganzjährig im Teich bleiben können laut Fachliteratur die Standards London und Bristol. Für den Shubunkin Comet ist die Winterhärte nicht gesondert belegt. Wenn Sie ihn ganzjährig im Teich halten möchten, fragen Sie vor dem Kauf am besten bei uns nach.
Goldfische im Teich richtig halten
Für einen Gartenteich mit Fischbesatz gelten mindestens 100 Zentimeter Wassertiefe, besser 120 und in kalten Lagen bis 150 Zentimeter. Die häufig genannten 80 Zentimeter reichen für Fische nicht aus. Die tiefe Zone ist der Rückzugsort im Winter und bleibt auch im Sommer kühler.
Unsere Artdaten führen Goldfische als friedliche Schwarmfische, halten Sie sie deshalb in einer Gruppe. Ein größeres Wasservolumen schwankt weniger stark in Temperatur und Wasserwerten, und beim pH ist ein stabiler Wert wichtiger als ein bestimmter Idealwert.
Beim Einsetzen kommt es auf einen ruhigen Start an. Vor dem Versand werden alle Fische in unserer Anlage in Bargstedt gehalten und geprüft, dann werden sie abends aus den Becken genommen und reisen in Beuteln mit Wasser und Sauerstoff. Innerhalb Deutschlands kommen sie am nächsten Vormittag bei Ihnen an. Gleichen Sie die Temperatur im Beutel langsam an das Teichwasser an, bevor die Tiere hineinschwimmen. Wie das Schritt für Schritt geht, steht in unseren Hinweisen zum Umgang mit Fischen.
Beobachten Sie Ihre Goldfische auch danach regelmäßig. Ein aufgeblähter Bauch mit abstehenden Schuppen ist das typische Erscheinungsbild der sogenannten Bauchwassersucht, hinter der verschiedene Ursachen stehen können, auch ansteckende. Setzen Sie ein solches Tier früh in ein separates Becken und ziehen Sie einen fischkundigen Tierarzt hinzu. Weiße Pünktchen auf Haut und Flossen sind das Zeichen der Weißpünktchenkrankheit, ausgefranste Flossen das der Flossenfäule. Wie Sie beides behandeln, lesen Sie in unseren Ratgebern zur Weißpünktchenkrankheit und zur Flossenfäule.
Goldfische richtig füttern
In der Natur fressen Goldfische Plankton, wirbellose Bodentiere, Pflanzenteile und Detritus, also zerfallendes organisches Material. Als Allesfresser sind sie beim Futter unkompliziert. Ein bepflanzter Teich bietet ihnen einen Teil dieser Kost, das Zufüttern ergänzt sie.
Beim Zufüttern liegt das Maß bei Ihnen, denn Goldfische hören nicht von selbst auf zu fressen. Geben Sie nur so viel, wie in kurzer Zeit aufgenommen wird. Reste sinken ab und belasten das Wasser.
Mit sinkender Wassertemperatur fressen Goldfische weniger, im Winter stellen sie die Nahrungsaufnahme ein. Richten Sie die Menge deshalb nach dem Fressverhalten und der Temperatur, nicht nach dem Kalender. Ein passendes Goldfischfutter finden Sie in unserem Futtersortiment.
Goldfische sicher durch den Winter bringen
Im Winter werden Goldfische träge, fressen nicht und halten sich am Grund auf. Das ist ihre normale Winterruhe. Entscheidend ist dann die tiefe Zone, damit der Teich nicht bis zum Grund durchfriert.
Teichwasser darf im Winter unter 4 Grad fallen, denn 4 Grad ist die Temperatur, bei der Wasser am dichtesten ist, und kein Mindestwert für den Teich. Eine geschlossene Eisdecke für kurze Zeit überstehen Goldfische, solange genug Sauerstoff im Wasser bleibt und der Teich nicht vollständig durchfriert. Wichtig ist, dass der Gasaustausch erhalten bleibt. Unter einer lange geschlossenen Eisdecke verbrauchen Fische und Abbauprozesse nach und nach den Sauerstoff.
Schleierschwänze und Oranda brauchen eine andere Lösung. Wasser unter etwa 10 Grad gilt für solche Hochzuchten als gefährlich, während gewöhnliche Goldfische und Comet auch mit kälterem Wasser zurechtkommen. Holen Sie Schleierschwänze und Oranda deshalb im Herbst in ein frostfreies Winterquartier, in dem das Wasser nicht unter diese Marke fällt. Im Frühjahr setzen Sie sie wieder in den Teich.
Goldfisch und Koi unterscheiden
Am einfachsten unterscheiden Sie Goldfisch und Koi am Maul. Goldfische haben keine Barteln, Koi tragen als Zuchtform des Karpfens zwei Paar dieser Bartfäden. Das hilft gerade bei jungen, ähnlich gefärbten Tieren.
Goldfische kreuzen sich zudem leicht mit Karpfen und damit auch mit Koi. In einem gemeinsamen Teich können deshalb Mischlinge entstehen, deren Merkmale zwischen beiden Eltern liegen.
Setzen Sie Goldfische zu Koi, ist noch ein Punkt wichtig. Goldfische können das Koi-Herpesvirus übertragen, ohne selbst zu erkranken. Eine Quarantäne allein macht das nicht sichtbar, weil die Tiere keine Krankheitszeichen zeigen. Entscheidend ist deshalb der Zukauf aus virologisch kontrollierten Beständen. Eine Quarantäne ersetzt diesen kontrollierten Zukauf nicht. Als zusätzliche Vorsorge beim Zukauf für einen Koiteich gelten aber vier Wochen bei über 18 Grad als Richtwert.
Nachwuchs und Farbwechsel im Teich
Goldfische laichen meist im Frühjahr, wenn sich das Wasser deutlich erwärmt. Ein Weibchen kann dann drei- bis zehnmal ablaichen, jeweils im Abstand von acht bis zehn Tagen. Die Eier haften an Wasserpflanzen und anderen Gegenständen im Teich, eine dichte Bepflanzung bietet deshalb gute Laichplätze. Damit die Eier im Weibchen reifen, braucht es zuvor kalte Wintermonate.
Junge Goldfische sehen anfangs gar nicht golden aus. Sie bleiben bis zu einem Jahr metallisch braun wie die Wildform und färben erst danach um. Ein dunkles Jungtier im Teich ist deshalb kein Grund zur Sorge, sondern oft der eigene Nachwuchs.
Überzählige Goldfische gehören nicht in Bäche, Seen oder andere Gewässer in der freien Natur. Ausgesetzte Goldfische haben sich in Teilen Nordamerikas und Australiens zu einer invasiven Plage entwickelt. Das Ausbringen von Tieren in die freie Natur ist in Deutschland außerdem nach § 40 Bundesnaturschutzgesetz genehmigungspflichtig. Geben Sie Jungfische lieber an andere Teichbesitzer ab.
Goldfische für Ihren Teich
Geliefert wird mit Lebendgarantie und als schonende Expresslieferung zum Wunschtermin.
In unserer Auswahl an Goldfischen für den Gartenteich finden Sie Comet, Sarasa, Shubunkin, Wakin und Schleierschwänze. Entscheidend für die Wahl sind die Endgröße und ob die Sorte den Winter im Teich verbringen kann. Andere Arten für den Gartenteich finden Sie bei unseren weiteren Teichfischen.
Häufige Fragen zu Goldfischen im Gartenteich
Wie groß werden Shubunkin?
Shubunkin erreichen bis etwa 30 Zentimeter Körperlänge. Unsere Artdaten setzen für Shubunkin Comet und Bristol Shubunkin 35 Zentimeter als Obergrenze an. Planen Sie Ihren Teich deshalb von Anfang an mit dieser Obergrenze von 35 Zentimetern, auch wenn die Tiere beim Einsetzen noch deutlich kleiner sind.
Aus der Praxis der Fischzucht Hagedorn
Hinter Teichfische Online steht die Fischzucht Hagedorn in Bargstedt, ein Familienbetrieb mit Fischzucht seit 1994 und heute ein amtlich zugelassener Aquakulturbetrieb mit drei Hallen und 250 Becken. Alle Fische halten wir vor dem Versand bei uns und prüfen sie auf Gesundheit und Vitalität. Ihre Lieferung kommt mit Lebendgarantie schonend zum Wunschtermin. Mehr über unseren Betrieb lesen Sie auf der Seite Über uns.