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Nase / Nasenfisch: Steckbrief und Algenfresser

Ratgeber · Aus der Praxis der Fischzucht Hagedorn

Auf den Punkt

Nasenfische, fachlich die Nase (Chondrostoma nasus), sind heimische Karpfenfische und ausgesprochen fleißige Algenfresser. Mit ihrem unterständigen Schabemaul weiden sie den Aufwuchs von Steinen ab und halten harte Flächen im Teich sauber. Halten lassen sie sich durchaus, sie brauchen aber viel sauberes, sauerstoffreiches Wasser und Bewegung. Von Natur aus leben sie nämlich in schnell fließenden Flüssen und nicht im stehenden Zierteich.

Was ist ein Nasenfisch?

Der Nasenfisch ist keine eigene Fischgruppe, sondern der volkstümliche Name für die Nase, wissenschaftlich Chondrostoma nasus. Sie gehört zur Familie der Karpfenfische und wird regional auch Näsling oder Schnabel genannt. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde die Art bereits 1758 durch Linnaeus. Ihren Namen verdankt sie dem weit unterständigen Maul, das die Kopfspitze im Profil wie eine stumpfe Nase wirken lässt.

Viele Teichbesitzer kennen den Fisch nur als natürlichen Algenvertilger. Tatsächlich steckt hinter dem Namen aber ein ökologisch bedeutsamer Wildfisch mit einer bewegten Lebensweise. In Deutschland wurde die Nase 1994 und ein zweites Mal 2020 zum Fisch des Jahres gewählt. Diese Auszeichnung soll auf eine Art aufmerksam machen, deren Bestände in vielen Flüssen stark zurückgegangen sind. Rund um Nasenfische lohnt sich der Blick über ihren Nutzen im Teich hinaus, denn ihre Herkunft erklärt viele ihrer Eigenheiten.

Aussehen und typische Merkmale

Die Nase hat einen langgestreckten, spindelförmigen Körper, der im Wasser sehr beweglich wirkt. Der Rücken schimmert graublau bis graugrün und metallisch, die Flanken glänzen silbrig, der Bauch ist gelblichweiß. Brust-, Bauch- und Afterflossen zeigen häufig einen gelblichrosa bis violetten Ton. Das eigentliche Erkennungsmerkmal sitzt am Kopf. Es ist das tief stehende Maul mit einer scharfkantigen, verhornten Unterlippe, mit der die Nase über harte Flächen schaben kann. Dieses Maul ist ihr Markenzeichen.

Ausgewachsene Tiere werden meist 25 bis 40 Zentimeter lang und bis etwa 1000 Gramm schwer. In Ausnahmefällen erreichen einzelne Exemplare sogar 50 Zentimeter und 2000 Gramm. Andere Quellen nennen mit rund 25 bis 30 Zentimetern etwas kleinere Werte, sodass Sie am besten von einer Spanne ausgehen. Bei guten Bedingungen wird eine Nase etwa 15 bis 20 Jahre alt und ist damit ein langlebiger Fisch, der über viele Jahre Teil eines Teichbestands bleiben kann. Verwechseln lässt sie sich am ehesten mit anderen silbrigen Flussfischen wie dem Döbel. Das unterständige Schabemaul unterscheidet sie jedoch deutlich von allen ähnlich gefärbten Arten.

Lebensraum in Fließgewässern

Von Haus aus ist die Nase ein Fisch der Strömung. Sie lebt als geselliger Schwarmfisch in schnell fließenden Gewässern Mittel- und Osteuropas mit Sand- und Kiesgrund. Fachlich besiedelt sie dort die sogenannte Barben- und Äschenregion, also die kräftig strömenden Flussabschnitte unterhalb der kühlen Oberläufe. In großen Strömen wie Rhein und Donau zählte sie über lange Zeit zu den häufigsten Fischen überhaupt.

Dieser Lebensraum erklärt ihre hohen Ansprüche. Nasen sind an kühles, sauerstoffreiches und sauberes Wasser gewöhnt und legen im Fluss täglich weite Strecken zurück. Sie halten sich meist in kleinen Trupps dicht über dem Grund auf, wo sie die Steine nach Aufwuchs absuchen. Ihre ökologische Rolle ist beträchtlich, denn indem sie den Bewuchs am Grund abweiden, halten sie das Lückensystem im Kies frei und tragen zu einem gesünderen Gewässer bei. Wer die Nase im Teich halten möchte, sollte diese Herkunft aus der Strömung immer im Kopf behalten.

Fortpflanzung und Laichwanderung

Die Fortpflanzung der Nase ist ein Naturschauspiel und zugleich ihre größte Schwachstelle. Zur Laichzeit von März bis Mai ziehen die Tiere in großen Schwärmen flussaufwärts oder dringen in geeignete Nebenbäche ein, um über flachem Kiesgrund abzulaichen. Diese Laichwanderung führt sie oft über viele Kilometer zu den angestammten Laichplätzen zurück.

Während der Laichzeit entwickeln die Fische einen sogenannten Laichausschlag, kleine sternförmige weiße Punkte am Kopf. Ein einzelnes Weibchen heftet bei den heftigen Laichspielen zwischen 20.000 und 100.000 gut anderthalb Millimeter große Eier an den Kies. Aus dieser enormen Zahl überlebt in der Natur nur ein winziger Bruchteil bis zum ausgewachsenen Fisch. Die frisch geschlüpften Jungfische lassen sich zunächst mit der Strömung flussabwärts treiben und müssen später denselben Weg zu den Laichplätzen wieder zurückfinden. Genau diese Wanderung macht die Art so verletzlich. Sobald ein Wehr oder ein Kraftwerk den Fluss zerschneidet, erreichen die Schwärme ihre Laichplätze nicht mehr, und ein ganzer Bestand kann über wenige Jahre zusammenbrechen.

Nasenfische als Algenfresser im Teich

Genau hier liegt der Grund, warum sich Teichbesitzer für Nasenfische interessieren. Mit dem harten Unterkiefer und der scharfen, verhornten Unterlippe raspelt die Nase den Algenaufwuchs von Steinen und Hartflächen ab. Gemeint ist damit der feine, festsitzende Biofilm aus Algen, Bakterien und Kleinstlebewesen, den viele andere Fische gar nicht verwerten können. Das ist ihre eigentliche Stärke. Im Teich hält die Nase damit Steine, Folie und Beckenränder spürbar sauberer, und Fachleute bezeichnen sie deshalb als gute Algenbekämpferin.

Ihr Nutzen geht über die reine Optik hinaus, denn ein freier Bodengrund verbessert den Gasaustausch und das Kleinklima im Teich. Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Die Nase ergänzt die Teichpflege, sie ersetzt sie nicht. Gegen frei schwebende Algentrübung oder eine starke Fadenalgenblüte richtet auch ein Schwarm Nasen wenig aus. Diese Probleme haben ihre Ursache im Nährstoffhaushalt des Teichs, nicht im Belag auf den Steinen. Am stärksten wächst der Aufwuchs im Frühjahr und Sommer, und genau dann sind die Nasen am aktivsten. Andere heimische Fische wie Rotfeder oder Gründling gehen eher an Pflanzen oder wühlen im Bodengrund. Das gezielte Abschaben harter Beläge ist dagegen die eigentliche Spezialität der Nase. Wenn Sie Fische für diese Aufgabe suchen, finden Sie Nasen als Algenfresser direkt beim Züchter, dazu weitere Pflanzen- und Algenfresser für den Teich.

Haltung im Gartenteich

Ob sich Nasen im Gartenteich halten lassen, hängt ganz vom Teich ab. Ein kleiner, warmer Zierteich mit wenig Bewegung ist der falsche Ort. Die Nase ist kein Anfängerfisch. Als Fließgewässerfisch braucht die Nase einen großen, sehr sauberen und sauerstoffreichen Teich mit spürbarer Strömung. Als Richtwert nennen Fachquellen ein Volumen ab etwa 6000 Litern. Erst in einem solchen Teich hat ein Schwarm genug Raum, um sich natürlich zu bewegen.

Dazu gehört ein leistungsfähiger Teichfilter, der das Wasser umwälzt und dauerhaft für Sauerstoff und Strömung sorgt. Das Wasser sollte kühl und klar bleiben, denn in aufgeheiztem, sauerstoffarmem Wasser leidet die Nase schnell. Sie ist ein geselliger Schwarmfisch und fühlt sich erst in einer Gruppe ab etwa fünf Tieren wohl, einzeln gehalten gerät sie in Stress. In einem gut eingefahrenen Teich findet ein solcher Trupp den größten Teil seiner Nahrung selbst am Aufwuchs, bei magerem Angebot lässt sich mit sinkendem Futter zufüttern. Als heimische Art übersteht die Nase den Winter im Freien, solange der Teich tief genug ist und nicht bis zum Grund durchfriert. Sinnvoll ist deshalb eine ausreichend tiefe Zone, in die sich die Fische bei Frost zurückziehen können. Wie Sie neu gekaufte Fische schonend eingewöhnen und an Ihre Wasserwerte gewöhnen, lesen Sie in unseren Hinweisen zur Fischhaltung.

Ohne ein sauerstoffreiches, bewegtes Becken sind Sie mit robusteren Teichfischen besser beraten und tun damit auch dem Fisch einen Gefallen. Damit die Haltung gelingt, sollte Ihr Teich einige Grundvoraussetzungen erfüllen.

  • Teichvolumen ab etwa 6000 Litern
  • kühles, sehr sauberes und sauerstoffreiches Wasser
  • einen Teichfilter, der für Umwälzung und Strömung sorgt
  • eine Gruppe ab fünf Tieren
  • im Winter einen Eisfreihalter gegen das Durchfrieren

Nasen aus Nachzucht statt Wildfang

Bei aller Begeisterung für den fleißigen Algenfresser gehört ein ernster Punkt dazu. In vielen Regionen ist die Nase heute stark gefährdet, mancherorts gilt sie sogar als bereits ausgestorben. Hauptursache ist die Verbauung der Flüsse durch Wehre und Kraftwerke, die Laichplätze zerstört und die für die Art so wichtigen Laichwanderungen unterbricht. An Wasserkraftturbinen verenden je nach Anlage zwischen zehn und dreißig Prozent der wandernden Fische, besonders die abwandernden Jungfische. Nach Einschätzung von planet-schule.de zählt die Art zu den stark gefährdeten heimischen Fischen.

Für den Teich heißt das vor allem eines. Wildfänge aus dem Bach sind tabu, rechtlich wie ökologisch. Wer Nasen einsetzen möchte, sollte ausschließlich auf Tiere aus kontrollierter Nachzucht setzen. Aus der Zucht stammende Fische sind an das Leben im gepflegten Teich gewöhnt und entlasten die ohnehin bedrängten Wildbestände. So verbinden Sie den Nutzen im eigenen Teich mit einem verantwortungsvollen Umgang mit einer bedrohten Art. Für einen naturnahen Teich passen neben der Nase auch einheimische Biotopfische und robuste Besatzfische aus eigener Aufzucht.

Nasen und gesunde Teichfische aus eigener Zucht

Wenn Ihr Teich groß, kühl und sauerstoffreich genug ist, sind Nasen ein wertvoller Dauerhelfer gegen den Algenaufwuchs auf Steinen und Folie. Als Fischzucht Hagedorn ziehen wir unsere Fische selbst auf und versenden sie mit Lebendgarantie schonend zum Wunschtermin. So bekommen Sie kräftige, an gepflegte Teiche gewöhnte Tiere aus verantwortungsvoller Nachzucht statt aus dem bedrohten Wildbestand. Neben den Algenfressern finden Sie bei uns auch Koi und weitere Teichfische aus eigener Zucht für einen gesunden, lebendigen Teich.

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Bestseller Tipp
Nasen (Algenfresser)

Deutscher Name: Nase wissenschaftlicher Name: Chondrostoma nasus natürliche Herkunft / Lebensraum: Europa / Flüsse aktuelle Herkunft: Europa, Aquakulturen Endgröße: 45cm Haltung: Sauerstoff: >6mg/Liter    Temperatur: 4 - 25°C    Ph Wert: 7,0 - 8,5    Wasserhärte: weich bis mittelhart Sozialverhalten: strömungsliebender Schwarmfisch Teichgröße: >3000Liter Ernährung: Bodentiere, Kleinkrebse, Würmer und Algen (Fadenalgen, Schwebealgen) Besonderheiten: Ihren Namen verdankt die Nase ihrem stark unterständigen Maul. Mit ihrer hornigen Unterlippe kann die Nase ihre Nahrung (Algen und Kleinlebewesen) von festen Oberflächen abschaben.   Wir sind der Online Shop für Nasen und andere Pflanzenfresser. Bei uns können Sie Nasen bequem online bestellen. Alle Nasen die Sie bei uns online kaufen stammen aus nachhaltiger europäischer Aquakultur.          

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Häufige Fragen zur Nase

Sind Nasen gute Speisefische?

Als Karpfenfisch ist die Nase recht grätenreich und gilt kulinarisch als weniger geschätzt. Früher wurde sie mancherorts gegessen, heute spielt sie als Speisefisch kaum noch eine Rolle. Deutlich wichtiger ist ihr Schutz. Weil die Art in vielen Gewässern stark gefährdet ist, steht der Erhalt der Bestände klar vor jeder Nutzung als Speisefisch.

Wie alt wird eine Nase?

Unter guten Bedingungen erreicht die Nase ein Alter von etwa 15 bis 20 Jahren und ist damit ein ausgesprochen langlebiger Fisch. Eine kleine Gruppe in einem geeigneten, dauerhaft gepflegten Teich bedeutet also eine langfristige Verantwortung. Die Haltungsbedingungen sollten deshalb von Anfang an stimmen und nicht erst nachträglich verbessert werden.

Kann man Nasen mit Koi und Goldfischen vergesellschaften?

Grundsätzlich sind Nasen friedlich und lassen sich mit ruhigen Teichfischen vergesellschaften. Der Haken liegt in den Ansprüchen. Nasen brauchen deutlich mehr Strömung und Sauerstoff als klassische Zierteichfische wie Goldfische. Eine gemeinsame Haltung mit Koi gelingt nur in einem großen, gut gefilterten Teich, dessen Wasserqualität wirklich zu den hohen Anforderungen der Nase passt.

Übersteht die Nase den Winter im Gartenteich?

Ja. Als heimische Art überwintert die Nase problemlos im Gartenteich und muss nicht herausgefangen werden. Voraussetzung ist, dass der Teich tief genug ist und im Winter nicht vollständig durchfriert. Ein Eisfreihalter hält eine offene Stelle in der Eisdecke frei, sichert den Gasaustausch und beugt so einem Sauerstoffmangel unter geschlossenem Eis vor.

Woran erkennt man eine Nase im Teich?

Die Nase erkennen Sie an ihrem langgestreckten, silbrig glänzenden Körper und vor allem an dem tief stehenden Maul mit der verhornten Unterlippe. Dieses Schabemaul gibt der Art ihren Namen und unterscheidet sie von ähnlich gefärbten Flussfischen. Typisch ist außerdem ihr Verhalten, denn Nasen gründeln in kleinen Gruppen dicht über dem Bodengrund und weiden dort die Steine ab.

Aus der Praxis der Fischzucht Hagedorn


Dieser Ratgeber stammt aus unserer täglichen Arbeit mit Koi und Teichfischen. Als Deutschlands größter Koi-Versand ziehen wir unsere Fische selbst auf und prüfen jeden Bestand vor dem Versand auf Gesundheit und Vitalität. Jede Lieferung erfolgt mit Lebendgarantie schonend zum Wunschtermin. Bei Fragen zu Gesundheit und Haltung sind wir für Sie da.