Schleie und Goldschleie im Teich: Steckbrief und Haltung
Schleien sind ruhige Grundfische, die im Teich den Schlamm nach Insektenlarven und anderen kleinen Bodentieren durchsuchen. Meist werden sie 20 bis 40 Zentimeter lang, sie kommen mit wenig Sauerstoff erstaunlich gut zurecht und verbringen den Winter in Ruhe an den tiefen Stellen. Die Goldschleie ist dieselbe Art in goldener Zuchtform und fällt am Teichgrund eher auf. Für die Haltung empfehlen wir einen Gartenteich ab 1.000 Litern mit Pflanzen, weichem Grund und einer Wassertiefe von mindestens 100 Zentimetern.
Die Schleie im Steckbrief
Steigen feine Gasbläschen vom Teichgrund auf, kann eine Schleie dahinterstecken. Sie gründelt im Schlamm nach Futter und wirbelt dabei Sumpfgas auf, das an der Oberfläche als Bläschenkette sichtbar wird. Sonst bekommt man sie selten zu sehen, denn Schleien sind lichtscheu und stehen tagsüber oft regungslos zwischen Unterwasserpflanzen.
Fachlich trägt die Schleie den Namen Tinca tinca. Lange galt sie als Karpfenfisch, seit 2009 wird sie in eine eigene Familie gestellt, die Tincidae. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
| Merkmal | Schleie (Tinca tinca) |
|---|---|
| Übliche Länge | 20 bis 40 cm |
| Belegtes Maximum | 70 cm, 7,5 kg |
| Wachstum | nach drei Jahren etwa 20 bis 30 cm |
| Geschlechtsreife | Männchen mit 2 bis 3, Weibchen mit 3 bis 7 Jahren |
| Nahrung | Insektenlarven, Schnecken, kleine Muscheln |
| Laichzeit | ab 18 bis 20 Grad Wassertemperatur |
| Teichgröße laut unseren Artdaten | ab 1.000 Liter |
| Wassertiefe im Gartenteich | mindestens 100 cm, besser 120 cm |
Die Werte gelten für Grünschleie und Goldschleie gleichermaßen.
Merkmale zum sicheren Erkennen
Ihren Namen verdankt die Schleie ihrer Haut. Sie ist dick, mit vielen Schleimzellen besetzt und mit sehr kleinen Rundschuppen bedeckt. Typisch ist das vorstülpbare Maul mit zwei kurzen Barteln. Damit unterscheidet sie sich vom Karpfen, der zwei Paar Barteln trägt.
Männchen und Weibchen lassen sich an den Bauchflossen auseinanderhalten, die bei den Männchen größer sind als bei den Weibchen. Für die Wahl Ihrer Tiere spielt das kaum eine Rolle, beim Beobachten zur Laichzeit hilft es aber.
Größe und Wachstum der Schleien
Belegt sind bei Schleien Höchstwerte von 70 Zentimetern und 7,5 Kilogramm, solche Tiere sind allerdings die Ausnahme. Für die Planung eines Gartenteichs ist die übliche Länge von 20 bis 40 Zentimetern der realistischere Maßstab.
Außerdem wachsen Schleien langsam. Nach drei Jahren wiegen sie im Schnitt erst 200 bis 300 Gramm. Ein Jungtier, das Sie einsetzen, bleibt also über mehrere Jahre ein mittelgroßer Fisch.
Lebensweise am Teichgrund
In der Natur lebt die Schleie in langsam fließenden Gewässern sowie in flachen, warmen Seen und Teichen mit dichten Pflanzenbeständen und schlammigem Grund. Genau diese Mischung aus Deckung und weichem Boden sucht sie auch im Gartenteich. Optimal sind Wassertemperaturen zwischen 12 und 26 Grad. Wird das Wasser wärmer als 28 Grad, stellt sie das Fressen ein und fährt ihren Stoffwechsel stark herunter.
Gefressen werden vor allem kleine Bodentiere wie Insektenlarven, Schnecken und kleine Muscheln, dazu gelegentlich Pflanzenteile. Tierische Nahrung bevorzugt sie, weil ihr kurzer Darm pflanzliche Kost schlechter verwertet.
Eine Algenbekämpfung sollten Sie von ihr deshalb nicht erwarten, Schleien sind keine Algenfresser. Welcher Fisch tatsächlich Algen frisst und was er dafür braucht, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Nase als Algenfresser. Wie viel solche Fische gegen Algen ausrichten, hängt allerdings stark vom Teich und seinem Nährstoffgehalt ab.
Schleien im Gartenteich halten
Schleien vertragen Sauerstoffmangel und saures Wasser gut und zählen zusammen mit der Karausche zu den Fischen mit dem geringsten Sauerstoffbedarf. Als Richtwert für die Haltung nennen wir mindestens 4 Milligramm Sauerstoff pro Liter und einen pH-Wert zwischen 6 und 9.
Beim Volumen nennen wir für Schleien einen Teich ab 1.000 Litern, wichtiger als die Literzahl ist aber der Aufbau. Für einen Gartenteich mit Fischen sind mindestens 100 Zentimeter Wassertiefe ratsam, besser 120 Zentimeter, in kalten Lagen mehr. Dort finden Schleien im Winter ihren Ruheplatz. Dazu gehören Unterwasserpflanzen als Versteck und ein Bereich mit weichem Bodengrund, in dem sie gründeln können.
Schleien sind gesellige Fische und suchen ihr Futter in kleinen Gruppen. Setzen Sie deshalb lieber mehrere Tiere ein als ein einzelnes, so zeigt sich ihr natürliches Verhalten am besten. Weitere Arten für den Besatz Ihres Teichs finden Sie bei unseren Besatzfischen für den Gartenteich.
Füttern und Zusammenleben mit Koi
In einem eingewachsenen Teich finden Schleien einen Teil ihrer Nahrung selbst. Ob Sie zufüttern, hängt vom Besatz und vom Nahrungsangebot ab. Entscheiden Sie sich dafür, kommt es vor allem darauf an, dass das Futter den Boden erreicht. Die Micro Teichpellets in 1,5 Millimetern aus unserem Besatzfischfutter sinken langsam ab und sind für Teichfische bis 11 Zentimeter gedacht, sie passen damit zu jungen Schleien.
Die friedliche Schleie lässt sich mit Koi gemeinsam halten. Koi sind Zuchtformen des Karpfens, und Karpfen und Schleien suchen ihre Nahrung zum Teil an denselben Stellen. Wo Futter knapp ist, können Karpfen die Schleien zurückdrängen. Achten Sie deshalb darauf, dass nach dem Füttern auch am Grund noch etwas ankommt.
Neue Fische in einen Koiteich
Schleien erkranken selbst nicht am Koi-Herpesvirus, können es aber wie Goldfisch, Karausche, Stör und Graskarpfen übertragen. Als Richtwert gilt deshalb eine Quarantäne von vier Wochen bei Wassertemperaturen über 18 Grad in einem separaten Becken mit getrennter Wasserführung und eigenen Geräten. So bleibt der Neuzugang in dieser Zeit vom Koibestand getrennt. Weil Schleien dabei keine Anzeichen zeigen, ist der wichtigste Schutz der Zukauf aus virologisch kontrollierten Beständen. Fragen Sie vor der Bestellung beim Händler nach, auch bei uns, ob und wie der Bestand auf KHV untersucht wird.
Goldschleie und Grünschleie im Vergleich
Die Goldschleie ist keine eigene Art, sondern eine goldene Zuchtform der Grünschleie, gezüchtet für Garten- und Parkteiche. Größe, Lebensweise und Ansprüche sind deshalb gleich, beide verbringen den Tag gern zwischen Pflanzen. Der Unterschied liegt in der Farbe, und die entscheidet im Gartenteich darüber, wie viel Sie von Ihren Fischen sehen.
Die Grünschleie ist am dunklen Grund kaum zu erkennen, die Goldschleie fällt durch ihre Farbe eher auf, wenn sie zum Gründeln herauskommt. Für den naturnahen Teich passt deshalb die Grünschleie als Besatzfisch, für den Zierteich eher die Goldschleie als Zuchtform. Beide lassen sich auch gemeinsam in einem Teich halten.
Laichzeit und Nachwuchs
Nachwuchs braucht bei Schleien Geduld. Weibchen werden oft erst mit drei bis sieben Jahren geschlechtsreif. Wer Jungtiere einsetzt, wartet deshalb einige Jahre auf die erste Laichzeit im eigenen Teich.
Sie beginnt, sobald das Wasser 18 bis 20 Grad erreicht, meist im Mai oder Juni. Je nach Gewässer kann sie früher oder später liegen. Die Weibchen laichen in mehreren Etappen und legen dabei bis zu 300.000 klebrige Eier an Wasserpflanzen ab. Dichte Unterwasserpflanzen sind für Schleien deshalb Versteck, Nahrungsraum und Laichplatz zugleich.
Winterruhe im Schlamm
Für den Winter sind Schleien gut gerüstet. Sie stellen die Nahrungssuche ein, ziehen sich an tiefe, schlammige Stellen zurück und überwintern oft im Schlamm eingegraben. Zufüttern ist in dieser Zeit nicht nötig, die Tiere ruhen.
Entscheidend ist, dass der Teich nicht vollständig durchfriert und der Gasaustausch mit der Luft erhalten bleibt. Vor dem Durchfrieren schützt die tiefe Zone, die Sie für Schleien ohnehin eingeplant haben. Den Gasaustausch hält eine offene Stelle in der Eisdecke aufrecht, auch in langen Frostperioden.
Mehr Leben am Teichgrund
Mit Schleien kommt ein ruhiger, robuster Bodenbewohner in den Teich, der friedlich neben anderen Fischen lebt. Für den naturnahen Teich ist die Grünschleie die naheliegende Wahl, für den Zierteich die Goldschleie.
Bereiten Sie Teich oder Eingewöhnungsbecken schon vor dem Liefertermin vor. Wir holen die Fische am Abend davor aus den Becken in Bargstedt und verschicken sie in Beuteln mit Wasser und Sauerstoff. In Deutschland werden sie zwischen 8 und 13 Uhr zugestellt. Sehen Sie sich die Tiere nach der Ankunft gleich an. Die Lebendgarantie gilt für die Ankunft lebender Fische ohne äußerlich erkennbare Krankheitszeichen, Auffälligkeiten melden Sie unverzüglich und spätestens innerhalb von 24 Stunden schriftlich. Wenn Sie Ihren Teich weiter ausbauen möchten, finden Sie passende Arten auch bei unseren heimischen Biotopfischen.
Häufige Fragen zur Schleie
Ist die Schleie ein Raubfisch?
Nein, die Schleie ist ein Friedfisch. Sie jagt keine anderen Fische, sondern sucht mit ihrem vorstülpbaren Maul und den zwei kurzen Barteln am Grund nach Insektenlarven, Schnecken und kleinen Muscheln. Mit anderen friedlichen Teichfischen lässt sie sich gut gemeinsam halten und nutzt dabei vor allem die Bodenzone, in der sie gründelt.
Sind Schleien winterhart?
Ja, Schleien kommen mit dem Winter im Gartenteich gut zurecht. Sie ruhen an tiefen, schlammigen Stellen und fressen nicht. Zusätzlich verfügen sie über die Fähigkeit zur Kältestarre, mit der sie kurzfristig sogar extremen Sauerstoffmangel überstehen. Darauf sollten Sie sich trotzdem nicht verlassen, eine tiefe Zone und eine offene Stelle in der Eisdecke bleiben die Grundlage.
Aus der Praxis der Fischzucht Hagedorn
Hinter Teichfische Online steht die Fischzucht Hagedorn in Bargstedt, ein Familienbetrieb mit Fischzucht seit 1994 und heute ein amtlich zugelassener Aquakulturbetrieb mit drei Hallen und 250 Becken. Alle Fische halten wir vor dem Versand bei uns und prüfen sie auf Gesundheit und Vitalität. Ihre Lieferung kommt mit Lebendgarantie schonend zum Wunschtermin. Mehr über unseren Betrieb lesen Sie auf der Seite Über uns.