Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Schonende Expresslieferung zu Ihrem Wunschtermin Lebendgarantie

Fischkrankheiten im Teich im Überblick

Ratgeber · Aus der Praxis der Fischzucht Hagedorn

Auf den Punkt

Fischkrankheiten im Teich brechen selten aus dem Nichts aus. Erst Stress, kippende Wasserwerte oder eine Verletzung schwächen einen Fisch so weit, dass Parasiten, Bakterien oder Pilze sich durchsetzen können. Wer die typischen Anzeichen früh richtig deutet, gewinnt genau die Zeit, die über den Ausgang entscheidet.

Warum Teichfische überhaupt krank werden

Viele Erreger können in Fischbeständen vorhanden sein, ohne unmittelbar eine Erkrankung auszulösen. Sie können Haut, Kiemen und andere Gewebe besiedeln, ohne dass ein gesunder Fisch davon etwas merkt. Krank wird er, wenn das Gleichgewicht zwischen Erregerdruck, Umweltbedingungen und Abwehr gestört wird und sich die Erreger stärker vermehren können.

Ein häufiger Auslöser ist Stress. Dazu zählen verschlechterte Wasserwerte wie Sauerstoffmangel, zu hohe Werte bei Ammonium, Nitrit oder Kohlendioxid, aber auch Temperaturschwankungen, Transport und ein zu enges Zuhause. Überbesatz führt zu hoher Keimdichte und schlechten Wasserwerten, eine unangepasste Filtertechnik ebenso. Besonders anfällig sind Teiche mit nur einer Fischart und steigender Besatzdichte, weil Parasiten dort günstige Bedingungen finden.

Wie stark die Wasserchemie durchschlagen kann, zeigt die Kiemenschädigung der Karpfen. Sie kann durch eine erhöhte Konzentration des giftigen freien Ammoniaks entstehen, dessen Anteil am Gesamtammonium mit steigendem pH-Wert und steigender Temperatur zunimmt. Da ist nicht zwingend ein Erreger im Spiel, sondern die Wasserqualität selbst kann die Ursache sein. Auch wenn Fische plötzlich das Futter verweigern, kann das an einer Verschlechterung der Werte bei Sauerstoff, Ammonium oder Nitrit liegen.

Unterschätzt wird das Futter selbst. Eine lipoide Leberdegeneration durch einseitige oder zu reichliche Fütterung mit minderwertigem Futter kann bei Fischen zu erheblichen Leberschäden führen. Im Gartenteich kommt hinzu, was ein Aquarium nicht kennt. Die Wassertemperatur kann über das Jahr um zwanzig Grad und mehr schwanken, und im Winter fahren die Fische ihren Stoffwechsel herunter. Dazu kommen Reiher, Katzen oder scharfe Kanten, die Verletzungen verursachen, an denen sich später Pilze festsetzen. Genau deshalb lässt sich ein Ratgeber fürs Aquarium nur bedingt auf den Teich übertragen.

Fischkrankheiten im Teich früh erkennen

Der schnellste Weg zu einem ersten Verdacht führt über das, was Sie tatsächlich am Fisch sehen. Weiße Pünktchen von der Größe eines Salzkorns auf Haut und Flossen sprechen für die Weißpünktchenkrankheit. Wirkt die Haut dagegen trüb und wie mit Puderzucker bestreut und schimmert bei starkem Befall samtartig goldgelb, deutet das auf die Samtkrankheit hin. Watteartige, bauschige Beläge auf einer Wunde sind ein Wasserschimmel, der sich auf bereits geschädigtem Gewebe angesiedelt hat.

Ein prall aufgeblähter Bauch mit abstehenden Schuppen und hervortretenden Augen ist das Bild, das viele Halter als Bauchwassersucht kennen. Es ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein sichtbarer Zeichenkomplex, der bei verschiedenen Erkrankungen und Störungen auftreten kann, unter anderem bei schweren Infektionen und Nierenschäden, wenn die Osmoregulation zusammenbricht. Was Sie hier lesen sollten, ist vor allem der Zeitfaktor, und den vertieft der ausführliche Ratgeber zur Bauchwassersucht.

Andere Fische fallen nicht durch ihr Aussehen auf, sondern durch ihr Verhalten. Scheuern an Steinen und Teichrand deutet auf Haut- oder Kiemenparasiten hin. Teilnahmslosigkeit dicht unter der Wasseroberfläche, Futterverweigerung und sichtbare Atemnot sind ein ernstes Warnzeichen, ebenso eingesunkene Augen. Gerötete Stellen, an denen sich Schuppen anheben und abfallen, bis ein tiefrotes, weiß eingesäumtes Loch entsteht, gehören sofort in fachkundige Hände.

So hilfreich diese Zuordnung für den ersten Verdacht ist, sie ersetzt keine Diagnose. Bei vielen Parasiten ist eine mikroskopische Untersuchung notwendig, um den Erreger sicher zu bestimmen, und für die Feststellung einer Koi-Herpesvirus-Infektion ist ein Virusnachweis notwendig. Wer auf Verdacht behandelt, belastet den ganzen Bestand mit Mitteln, die gegen den tatsächlichen Erreger womöglich gar nichts ausrichten.

Parasiten von Weißpünktchen bis Karpfenlaus

Zwei Koi dicht unter der Wasseroberfläche eines Gartenteichs, Schuppen und Flossen gut erkennbar (computergeneriertes Symbolbild)
Computergeneriertes Symbolbild, zeigt kein konkretes Produkt

Ichthyophthirius multifiliis, der Erreger der Weißpünktchenkrankheit, gehört zu den für Fische besonders problematischen einzelligen Parasiten. Erste Anzeichen sind Bewegungsunlust und Nahrungsverweigerung, erst danach zeigen sich die weißen Pünktchen in der Haut. Entscheidend für den Verlauf ist die Temperatur, denn der Entwicklungszyklus beschleunigt sich mit steigender Wassertemperatur erheblich. Im warmen Sommerteich kann sich ein Befall also deutlich schneller entwickeln. Während der Wachstumsphase in der Haut des Wirtes ist der Parasit nicht direkt zu bekämpfen. Angreifbar sind vor allem die frei schwimmenden Stadien. Deshalb bleibt eine einmalige Behandlung häufig wirkungslos.

Die Samtkrankheit wird leicht damit verwechselt, weil sich viele Symptome ähneln. Ihr Erreger Piscinoodinium pillulare erreicht aber nur etwas mehr als 0,1 Millimeter, ist also deutlich kleiner, und erzeugt statt einzelner Punkte einen flächigen, goldgelben Schleier. Im kühleren Wasser eines Außenteichs verläuft seine Entwicklung langsamer als im warmen Aquarium. Häufiger als beide sind im Gartenteich die Hauttrüber Chilodonella und Trichodina, klassische Schwächeparasiten, die in geringem Maß in vielen Fischhaltungen vorkommen und erst bei schlechteren Lebensbedingungen zum Problem werden. Genau dieses Muster wiederholt sich bei vielen Parasiten und ist der Grund, warum sich an den Lebensbedingungen im Teich meist mehr ändern lässt als am Erreger selbst.

Haut- und Kiemenwürmer der Gattung Gyrodactylus sind lebendgebärend und vermehren sich dadurch rasant, denn im Muttertier steckt bereits die nächste Generation. Ihre Überlebensdauer außerhalb des Wirtes hängt unter anderem von Wassertemperatur und Wasserqualität ab. Sitzen sie auf Haut und Kiemen, zeigt sich das typischerweise als Scheuern und als erschwerte Atmung.

Mit bloßem Auge sichtbar wird es bei den größeren Parasiten. Die Karpfenlaus Argulus foliaceus ist drei bis sieben Millimeter lang, saugt Blut und sitzt bevorzugt in Kiemenhöhlen und Kiemenspalten. Beim Stich gibt sie Sekrete ab, die das Gewebe schädigen können, und bei kleinen Jungfischen kann ein Befall erhebliche Schäden verursachen. Karpfenläuse können durch ihre Verletzungen die Übertragung bzw. das Eindringen verschiedener Krankheitserreger begünstigen. Erschwerend kommt hinzu, dass adulte Tiere unter geeigneten Bedingungen mehrere Tage ohne Wirt überleben können und ein Gelege mehrere hundert Eier umfassen kann. Die mit Koi-Importen aus Japan eingeschleppte Argulus japonicus ist in Mittel- und Westeuropa inzwischen ebenfalls verbreitet. Der Gemeine Fischegel wird zwei bis fünf Zentimeter lang und saugt ebenfalls an Karpfen, Weißfischen und anderen Süßwasserfischen. Beide sind bei genauem Hinsehen erkennbar, was die Sache immerhin einfacher macht als bei den Einzellern. Für Jungfische ist ein Befall besonders riskant, auch im Nachwuchs eines Besatzes aus Goldfischen und Shubunkins.

Bakterielle Erkrankungen und offene Stellen

Die bakterielle Flossenfäule kann durch verschiedene Bakterien ausgelöst werden, unter anderem durch Aeromonas- und Pseudomonas-Arten. Davon abzugrenzen ist die Maul- und Flossenfäule, auch Columnaris genannt, die vor allem mit Flavobacterium columnare in Verbindung gebracht wird. Beide können ähnliche Veränderungen verursachen, verlaufen aber je nach Erreger und Fischart unterschiedlich. Bei einer akuten Columnaris-Erkrankung können sich die Veränderungen sehr schnell ausbreiten und die Fische innerhalb kurzer Zeit schwer erkranken oder sterben.

Bei der Lochkrankheit wird die geschädigte Schleimhaut von Bakterien besiedelt, in der Regel Pseudomonaden oder Aeromonaden, wobei im selben Zusammenhang auch der Flagellat Hexamita salmonis als Erreger genannt wird. Diese Uneinigkeit in der Fachliteratur ist für Sie in der Praxis wichtiger, als sie klingt, denn ohne gesicherte Erregerzuordnung ist eine gezielte Behandlung nicht möglich. Im Verlauf heben sich die Schuppen an geröteten Stellen an, fallen ab, und es bildet sich ein tiefrotes, weiß eingesäumtes Loch. Unbehandelt können die Herde größer und tiefer werden und schwere systemische Erkrankungen nach sich ziehen. Als Ursache werden schlechte Umweltbedingungen oder Überbesatz vermutet, und die Behandlung sollte dem Tierarzt überlassen bleiben.

Die Bauchwassersucht schließlich ist der beste Beleg dafür, dass ein Krankheitsbild nicht gleich eine Krankheit ist. Hinter demselben aufgeblähten Bauch kann eine bakterielle Infektion mit Aeromonas und Pseudomonas stecken. Möglich sind aber auch die Frühjahrsvirämie der Karpfen, die früher selbst als Bauchwassersucht bezeichnet wurde, oder die Carp Erythrodermatitis durch eine Unterart von Aeromonas salmonicida. Auch ein starker Befall mit Blutparasiten kann zu Nierenschäden, Aszites und Glotzaugen führen. Die auslösenden Bakterien kommen in der Umwelt vor und können insbesondere bereits geschwächte oder verletzte Tiere befallen. Eine Heilung ist umso wahrscheinlicher, je früher die zugrunde liegende Ursache erkannt und behandelt wird.

Fischtuberkulose und das Risiko für den Menschen

Erreger der Fischtuberkulose sind verschiedene Mykobakterien, besonders häufig Mycobacterium marinum, M. fortuitum und M. chelonae. Die Symptome sind unspezifisch und überschneiden sich mit fast allem anderen, nämlich Appetitlosigkeit, Apathie, Abmagerung, Hautgeschwüre, Glotzaugen, Schuppendefekte und Bauchwassersucht. Bei akutem Verlauf ist ein Totalverlust des Bestandes innerhalb von ein bis zwei Wochen möglich, und eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung ist bei Fischen schwierig und wird bei betroffenen Beständen in der Praxis meist nicht empfohlen. Was bleibt, sind Haltungsbedingungen und Quarantäne, für Neuzugänge werden dabei vier Wochen empfohlen.

Diese Krankheit ist der Grund, warum ein aufgeblähter Bauch nie vorschnell abgehakt werden sollte. Die infektiöse Bauchwassersucht selbst ist nicht auf den Menschen übertragbar, die Fischtuberkulose dagegen schon. Bestimmte Mykobakterien, insbesondere Mycobacterium marinum, können auf den Menschen übergehen und eine Hautinfektion verursachen.

Handschuhe bei Arbeiten am Teich

Mycobacterium marinum kann über kleinste Hautverletzungen auf den Menschen übergehen und dort das sogenannte Schwimmbad- oder Aquariengranulom auslösen. Aquarien- und Teicharbeiten gehören zu den bekannten Expositionswegen, betroffen sind häufig Finger und Hände. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich zwei bis drei Wochen und kann bis zu zwei Monate dauern. Zur Vorbeugung werden Schutzhandschuhe bei Reinigungsarbeiten empfohlen, und bei anhaltenden Hautveränderungen nach Teicharbeiten gehört der Befund zum Arzt.

Karpfenpocken und Koi-Herpesvirus auseinanderhalten

Zwei Viruserkrankungen werden regelmäßig in einen Topf geworfen, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Karpfenpocken werden vom Cypriniden Herpesvirus 1 ausgelöst, das bei Koi, Karpfen und anderen Karpfenfischen zu Papillomen der Haut führen kann. Die Veränderungen sind oft nur oberflächlich, die Fische sehen aus, als hätte man Wachs auf ihre Haut getropft. Nach Einschätzung der Abteilung Fischkrankheiten und Fischhaltung der Tierärztlichen Hochschule Hannover sind solche Infektionen für die betroffenen Fische nicht direkt gefährlich und stellen eher ein optisches Problem dar. Das Auftreten der Pocken ist temperaturabhängig, bei wärmeren Wassertemperaturen bilden sich die Zubildungen oft zurück. Genau deshalb fallen sie im Frühjahr besonders auf. Verschwinden sie, sind die Erreger dennoch weiter im Körper, sodass die Symptome erneut auftreten können. Dieses Herpesvirus darf nicht mit dem Koi-Herpesvirus verwechselt werden.

Das Koi-Herpesvirus liegt in einer ganz anderen Liga. Erkrankte Fische stehen teilnahmslos unter der Wasseroberfläche, fressen nicht und leiden an Atemnot, ein Kardinalsymptom sind eingesunkene Augen. Sehr hohe Verluste bis hin zum Verlust des gesamten Bestandes sind möglich. Ausbrüche treten vor allem im Sommerhalbjahr auf, die höchsten Verlustraten werden im Bereich zwischen 16 und 28 Grad Celsius beobachtet, Fälle bei niedrigeren Temperaturen sind aber beschrieben. Heilende Medikamente gibt es nicht und in Europa auch keinen zugelassenen Impfstoff. Überlebende Koi und Karpfen können lebenslang Virusträger bleiben und den Erreger weiterverbreiten, selbst wenn sie gesund aussehen. Bei verschiedenen anderen Fischarten wurde KHV-DNA nachgewiesen oder eine mögliche Beteiligung als Vektor beziehungsweise Carrier untersucht; die Evidenz ist dabei je nach Art unterschiedlich. Bei einem gemischten Besatz aus Besatzfischen wie Schleien sieht das niemand auf den ersten Blick. Übertragen wird das Virus auch indirekt über Geräte, Wasser oder Schutzkleidung. Für den Menschen ist das Koi-Herpesvirus dagegen ungefährlich.

Bei Verdacht auf das Koi-Herpesvirus

Die Koi-Herpesvirus-Infektion ist in Deutschland meldepflichtig. Sie steht in Anlage 2 Teil 2 der Tierseuchenmeldeverordnung, die am 11.03.2026 in Kraft getreten ist und den früheren Begriff der Anzeigepflicht abgelöst hat. Die Meldepflicht trifft ausdrücklich auch Heimtierhalter, betroffen sind Cyprinus carpio und dessen Hybriden. Bei einem Nachweis oder begründetem Verdacht melden Sie das unverzüglich der zuständigen Behörde, also dem Veterinäramt. Alle Details dazu stehen im Ratgeber zum Koi-Herpesvirus. Für die Diagnose ist immer ein Virusnachweis notwendig, ein Verdacht allein aus Symptomen reicht nicht.

Verpilzung nach Verletzungen

Pilzerkrankungen bei Fischen treten häufig als Sekundärinfektion auf. Die Pilze befallen bevorzugt Gewebe, das zuvor durch Verletzungen oder andere Krankheiten geschädigt wurde, eine Pilzerkrankung ist damit häufig eine Folgeerkrankung bereits geschwächter Tiere. Die Erreger kommen in der Umwelt vor und können sich unter geeigneten Bedingungen ausbreiten, während vorgeschädigtes Gewebe eine wichtige Voraussetzung für einen Befall darstellt.

Am bekanntesten ist der Wasserschimmel Saprolegnia mit seinen wattebauschartigen Wucherungen auf der Haut. Er toleriert einen Temperaturbereich von 3 bis 33 Grad Celsius und kann damit im Gartenteich über längere Zeiträume relevant sein. Häufigste Ursache eines Pilzbefalls ist die Verletzung der Schleimhaut, etwa durch scharfkantige Gegenstände, Bissverletzungen oder das Anfassen der Fische mit trockenen Händen. Wer Fische keschert oder umsetzt, sollte die Hände also immer vorher anfeuchten.

Ein Wort zur Behandlung, weil hier oft mehr Schaden entsteht als Nutzen. Kupferhaltige Mittel können für viele Wirbellose wie Schnecken, Krebse und Garnelen bereits in niedrigen Konzentrationen hochgiftig sein. Wenn Teichmuscheln und Sumpfdeckelschnecken oder Krebse im Teich leben, muss bei kupferhaltigen Präparaten deshalb besonders auf die Produktangaben und Dosierung geachtet werden. Auch manche Welse reagieren empfindlich auf Kupfer.

Erste Schritte bei einem kranken Fisch

  1. Beobachten statt handeln.Notieren Sie, welche Fische betroffen sind, seit wann, und wie sie sich verhalten. Ein einzelner Fisch mit einer Wunde ist etwas anderes als drei Tiere mit Atemnot am selben Tag.
  2. Wasserwerte prüfen.Sauerstoff, Ammonium, Nitrit und pH-Wert zuerst, weil viele Krankheitsbilder direkt darauf zurückgehen und sich ohne diese Korrektur nichts stabilisieren lässt.
  3. Betroffene Tiere absondern.Bei ansteckenden Erkrankungen sollten erkrankte Fische früh in ein Quarantänebecken umziehen, damit sich gesunde Tiere nicht anstecken und die Behandlung überhaupt kontrollierbar wird.
  4. Nicht auf Verdacht behandeln.Ohne mikroskopische Untersuchung ist die Erregergruppe reine Vermutung, und ein Mittel, das nicht passt, kostet Zeit und belastet den Teich.
  5. Fachliche Hilfe holen.Bei schweren, unklaren oder sich ausbreitenden Fällen gehört die Behandlung in tierärztliche Hand, ebenso bei jedem Verdacht auf eine meldepflichtige Seuche.

Ein Salzbad ist die verbreitetste Sofortmaßnahme und wird trotzdem oft falsch verstanden. Es kann dem Fisch bei der Osmoregulation helfen und bei bestimmten Erregern unterstützend wirken. Die Wirkung hängt dabei stark von Salzkonzentration, Einwirkdauer und Erreger ab und ersetzt keine gezielte Behandlung. Geschwächte Koi können an einem zu starken Kurzzeitbad sogar sterben. Wenn ein Fisch im Bad stark unruhig wird, wiederholt springt, gegen die Beckenwand schwimmt, in Seitenlage geht oder unregelmäßig atmet, gehört er sofort zurück in den Teich. Verwendet wird dabei jodfreies und fluorfreies Salz, etwa Regeneriersalz. Konzentration und Dauer besprechen Sie am besten vorher mit einem fischkundigen Tierarzt. Auch Restmengen aus einer früheren tierärztlichen Abgabe dürfen Sie nur anwenden, wenn dafür eine aktuelle Behandlungsanweisung vorliegt.

Fischkrankheiten im Teich vorbeugen

Der beste Schutz ist ein stabiler, stressarmer Teich. Das klingt unspektakulär, entscheidet aber über fast alles, was in diesem Überblick steht.

  • Neue Fische vier bis sechs Wochen in Quarantäne halten. Eine ausreichende Wassertemperatur kann bei bestimmten Erregern die Entwicklung bzw. klinische Erscheinung begünstigen und dadurch die Beobachtung aussagekräftiger machen.
  • Schon beim Händler genau hinsehen. Gesunde Fische bewegen sich agil, sind kräftig gefärbt und gehen gut ans Futter.
  • Beim Zukauf auf Betriebe mit einem Zertifikat der Unverdächtigkeit gegenüber dem Koi-Herpesvirus achten.
  • Besatzdichte und Filterleistung zueinander passend halten, weil Überbesatz Keimdichte und Wasserwerte gleichzeitig verschlechtert.
  • Maßvoll und bedarfsgerecht füttern, denn einseitiges oder zu reichliches Futter kann auf Dauer die Leber belasten.
  • Scharfe Kanten aus dem Teich entfernen und Fische nie mit trockenen Händen anfassen.
  • Kescher, Schläuche und Stiefel nicht zwischen Teichen tauschen, ohne sie zu reinigen.
  • Zierfische niemals in freie Gewässer aussetzen und Nutzkarpfen möglichst nicht gemeinsam mit Koi halten, um das Risiko einer Übertragung von KHV zu reduzieren.

Robuste, standortangepasste Arten machen die Sache zusätzlich einfacher. Einheimische Biotopfische wie Moderlieschen und Elritzen kommen mit dem hiesigen Klima gut zurecht. Und wer beim Koifutter von ALKOTE zur passenden Sorte für die Jahreszeit greift, unterstützt die Verdauung genau dann, wenn die Wassertemperatur sie ohnehin bremst.

Gesunde Fische aus eigener Zucht

Vieles von dem, was hier steht, entscheidet sich lange vor dem ersten Symptom. Nicht beim Kauf an sich, sondern bei zwei Dingen, die Sie selbst in der Hand haben: woher ein Fisch kommt und wie er in Ihren Teich gelangt. Neue Fische gehören vor dem Einsetzen in Quarantäne, und je nachvollziehbarer die Herkunft, desto weniger Unbekanntes kommt überhaupt in die Nähe Ihres Bestands.

Fragen Sie deshalb vor jedem Kauf nach, ganz gleich bei wem:

  • Stammen die Fische aus eigener Zucht oder sind sie kurzfristig zugekauft?
  • Sehen Sie das konkrete Tier vorher, oder bekommen Sie irgendeinen Fisch aus einem Sammelbecken?
  • Gibt es eine Lebendgarantie, und was genau deckt sie ab?
  • Können Sie den Liefertag bestimmen, damit die Tiere nicht unnötig lange unterwegs sind?

In der Fischzucht Hagedorn ziehen wir unsere Fische selbst auf und prüfen jeden Bestand vor dem Versand auf Gesundheit und Vitalität. Sie wählen Ihren Wunschkoi einzeln nach Foto aus, die Lieferung erfolgt schonend zu Ihrem Wunschtermin und mit Lebendgarantie.

Ein gesunder Start nimmt Ihnen die Wasserpflege nicht ab. Er erspart Ihnen aber die Sorte Probleme, die man sich mit dem Besatz erst einkauft. Bei Fragen zu Gesundheit und Haltung erreichen Sie uns direkt.

Gruppe gesunder Koi und Orfen im klaren Wasser eines bepflanzten Gartenteichs (computergeneriertes Symbolbild)
Computergeneriertes Symbolbild, zeigt kein konkretes Produkt

Dieser Überblick ersetzt keine tierärztliche Diagnose. Bei ernsten, unklaren oder sich schnell ausbreitenden Krankheitsbildern und bei jedem Verdacht auf eine meldepflichtige Tierseuche wenden Sie sich bitte an einen fischkundigen Tierarzt, einen Fischgesundheitsdienst oder das zuständige Veterinäramt. Stand der Angaben ist August 2026.

Produktgalerie überspringen
Butterfly Koi 14-17cm Nr. 7425

Sie erhalten genau diesen Koi

49,99 € *

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Butterfly Koi 14-17cm Nr. 8214

Sie erhalten genau diesen Koi

49,99 € *

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Butterfly Koi 14-17cm Nr. 8216

Sie erhalten genau diesen Koi

49,99 € *

Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Häufige Fragen zu Fischkrankheiten im Teich

Woran erkenne ich, dass ein Teichfisch krank ist?

Achten Sie zuerst auf das Verhalten. Ein kranker Fisch frisst schlecht, steht teilnahmslos unter der Oberfläche, scheuert sich an Steinen oder atmet sichtbar schwer. Erst danach kommen sichtbare Veränderungen wie weiße Pünktchen, watteartige Beläge, gerötete Stellen, ein aufgeblähter Bauch oder eingesunkene Augen dazu. Mehrere betroffene Tiere am selben Tag sind ein ernstes Signal und sollten abgeklärt werden.

Was bedeuten weiße Punkte auf meinem Fisch?

Weiße Pünktchen in Salzkorngröße auf Haut und Flossen sprechen für die Weißpünktchenkrankheit durch Ichthyophthirius multifiliis. Ihr Verlauf hängt stark von der Temperatur ab, denn der Entwicklungszyklus beschleunigt sich mit steigender Wassertemperatur erheblich. Ein flächiger, goldgelber Schleier ist dagegen eher die Samtkrankheit, deren Erreger deutlich kleiner ist.

Sind Karpfenpocken für Koi gefährlich?

Nach Einschätzung der Tierärztlichen Hochschule Hannover sind Infektionen mit dem Cypriniden Herpesvirus 1 für die betroffenen Fische nicht direkt gefährlich und eher ein optisches Problem. Die wachsartigen Hautveränderungen bilden sich bei wärmeren Wassertemperaturen oft zurück. Die Erreger bleiben allerdings im Körper, sodass die Pocken erneut auftreten können. Mit dem Koi-Herpesvirus haben sie nichts zu tun.

Kann Fischtuberkulose auf den Menschen übertragen werden?

Ja. Mycobacterium marinum kann über kleinste Hautverletzungen auf den Menschen übergehen und dort das Schwimmbad- oder Aquariengranulom auslösen, meist an Fingern und Handrücken. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich zwei bis drei Wochen. Tragen Sie deshalb bei Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe und lassen Sie anhaltende Hautveränderungen nach Teicharbeiten ärztlich abklären.

Wie lange sollte ein neuer Koi in Quarantäne bleiben?

Beim Zukauf neuer Koi werden häufig vier bis sechs Wochen Quarantäne empfohlen. Eine ausreichende Wassertemperatur kann bei bestimmten Erregern wichtig sein, weil sich Infektionen bei ungünstigen Temperaturen weniger deutlich zeigen können. Die Quarantäne sollte deshalb so gestaltet werden, dass eine mögliche Infektion möglichst zuverlässig erkannt werden kann. Bei Verdacht auf Fischtuberkulose werden für Neuzugänge ebenfalls vier Wochen Quarantäne empfohlen.

Aus der Praxis der Fischzucht Hagedorn


Dieser Ratgeber stammt aus unserer täglichen Arbeit mit Koi und Teichfischen. Als Deutschlands größter Koi-Versand ziehen wir unsere Fische selbst auf und prüfen jeden Bestand vor dem Versand auf Gesundheit und Vitalität. Jede Lieferung erfolgt mit Lebendgarantie schonend zum Wunschtermin. Bei Fragen zu Gesundheit und Haltung sind wir für Sie da.